Witamy na TriColor

Top-Positionen


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Posted by Jac on March 8, 2009  •  Comments (64)  •  Full article



Der starke Kursanstieg in der ersten Handelswoche des neuen Jahres hat sich als Strohfeuer erwiesen. Der DAX ist weiterhin im Bereich von 4.000 bis 5.000 Punkten gefangen. Der Ausbruch nach oben ist vorerst misslungen. Sollte es an den Finanzmärkten zu weiteren Verwerfungen kommen, ist selbst ein Abtauchen unter die 4.000-Punkte-Marke denkbar. Dieser Lagebericht passt wahrscheinlich zu den meisten Einschätzungen, die Sie aktuell in den anderen Wirtschaftsmedien lesen. Doch ausgerechnet die Financial Times Deutschland, die frühzeitig auf die unsichere Konjunkturlage hingewiesen hat, stellte jüngst erstaunt fest, dass im Januar viele Frühindikatoren für den Euro-Raum nach oben gedreht sind: Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das Firmenanleihenemissionsvolumen, der Lagerzyklus, die Terms of Trade, der Geldmarkt, die Zinsdifferenz, die Geldmenge M1, der Euro-Kurs zu Dollar und Yen. Jeder einzelne Punkt kann ein Strohfeuer oder Fehlsignal sein. Es ist aber auffällig, dass fast zeitgleich so viele unterschiedliche Indikatoren nach oben gedreht sind. Und besonders erstaunlich: Das lahme Europa sendet diese Signale. In der Vergangenheit war es fast immer so, dass wir auf die "Konjunktur-Lokomotive" USA angewiesen waren. Wenn das alte Europa noch mitten im Rezessionssumpf steckte, sorgten die konsumfreudigen US-Verbraucher dafür, dass der Kessel in der US-Lokomotive schon wieder unter Volldampf stand. Die US-Wirtschaft hat uns mit nach unten gezogen ("Wenn die US-Wirtschaft einen Schnupfen hat, hat Europa eine Lungenentzündung!"), dafür haben die Amis den Karren auch wieder aus dem Dreck gezogen. So war die Arbeitsteilung in der Weltwirtschaft. 2009 sieht es anders aus. Für die US-Wirtschaft kann ich kaum gute Zahlen finden. Europa könnte daher das Tal der Tränen zuerst verlassen. Das sehen anscheinend auch die großen Investoren so. Der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital hat angekündigt, mittelgroße deutsche Firmen kaufen zu wollen. Bevorzugtes "Jagdgebiet" sei der MDax. Das sind auch nicht nur leere Drohungen. Der Investor ist nach eigenen Angaben bereits an 3 deutschen Unternehmen beteiligt. Veröffentlicht wurde offiziell bisher nur der Einstieg bei der Münchener Rück. Die Schweden sind mit knapp 3% eingestiegen. Die zweite Beteiligung soll, so die Marktgerüchte, Daimler sein. Völlig offen ist noch, wer der dritte Kandidat ist. Die Verschwiegenheit spricht dafür, dass es sich um einen kleineren Wert handelt. Nur, wenn der Wert geheim ist, kann Cevian Capital am Markt unauffällig weitere, günstige Positionen aufbauen. Bei den mittelgroßen Unternehmen soll es nicht bei 3%-Beteiligungen bleiben. Hier strebt Cevian Aktienpakete in der Größenordnung von 10 bis 20% an. Solch ein Deal muss generalstabsmäßig geplant werden. Das könnte erklären, warum noch nicht nach Außen gedrungen ist, wer auf dem Einkaufszettel steht. Während am europäischen Aktienmarkt schon im 1. Halbjahr 2009 die Wende nach oben gelingen könnte, ist am US-Markt noch kein Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Wenn aber der erste Lichtschein auftaucht, kann es auch in den USA schnell gehen. Insgesamt "parken" US-Investoren fast 9 Bio. USD in Cash, Bankguthaben und Geldmarktfonds. Würde dieses Kapital schlagartig in den US-Aktienmarkt fließen, würden sich die Durchschnittskurse fast verdoppeln. Daher: Genug "Munition" ist auch in den USA vorhanden.

Peking geht geschickter vor

Das Tauziehen in Washington zeigt, dass in der Krise alles nach dem Staat ruft – die Parallelen zum New Deal in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten wir ja schon besprochen. In China greift die Regierung ebenfalls beherzt ein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Peking wird nicht zulassen, dass soziale Unruhen ausbrechen, weil die globale Rezession das Land trifft. Derzeit hat eindeutig die Stunde des Staates geschlagen.

Leser, die schon länger dabei sind, wissen, dass ich mich stets von den meisten chinesischen Staatskonzernen ferngehalten habe – zu träge, zu bürokratisch, zu korrupt. Nur wenn sie technologisch auf dem neuesten Stand sind, eine marktbeherrschende Stellung haben und über ein gutes Management verfügen, sind sie für uns hier bei China Strategy interessant. In Zeiten der Krise hat sich diese Strategie ausgezahlt: Staatliche Firmen sind zusehends interessant geworden, weil sie direkt auf Geldquellen der Regierung zugreifen können. Dies hat sich vor einigen Tagen einmal mehr bewahrheitet.
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Posted by Jac on March 8, 2009  •  Comments (64)  •  Full article

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